Fünf Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Welt­kriegs ver­gangen. Münster ist dabei, den Krieg abzu­schüt­teln, der wie eine Blei­weste auf der Stadt liegt. Noch sind die Spuren der Zer­stö­rung durch tau­sende Bomben unüber­sehbar, aber immerhin fließt schon wieder das erste Bier. Im Gast­haus ​Stuhl­ma­cher“ am Prin­zi­pal­markt, dort wo das Herz von Münster schlägt, zapft Besitzer Franz Feld­haus fri­sches Pils im Akkord. An der Theke drän­geln sich die Gäste. Das Geschäft läuft gut und hat dem jungen Mann zu schnellem Wohl­stand ver­holfen. Gemeinsam mit anderen Müns­te­ra­nern sitzt Josef Oever­mann in einem der hin­teren Räume. ​Opa“, wie sie ihn hier nennen, hat mit seinem Hoch- und Tief­bau­un­ter­nehmen bereits die halbe Stadt wie­der­auf­ge­baut. Am Stamm­tisch ​Mat­ter­horn“ trifft sich die Elite der Stadt. Man spricht über Geschäfte, Politik – und über Preußen Münster. Spä­tes­tens seit dem Auf­stieg in die Ober­liga 1948 ist der ört­liche Sport Club Preußen auch in der Ober­schicht das große Gesprächs­thema geworden. Ange­steckt mit dem Virus Fuß­ball wurden alle von ​Opa“ Oever­mann, der vor dem Krieg selbst für Preußen gekickt hat. Inzwi­schen leitet er als Obmann die Geschicke des Ver­eins. Aus der Runde im ​Stuhl­ma­cher“, wo sich Lebens­mit­tel­händler, Bau­un­ter­nehmer und Kauf­männer die Klinke in die Hand geben, ent­wi­ckelt sich schon bald der selbst­er­nannte ​Preußen-Ring“, eine Art Spon­so­ren­pool der lokalen Wirt­schaft. Zwi­schen Zigar­ren­qualm und Bier­schaum werden Pläne geschmiedet. Denn man hat Großes vor.