Mesut Özil hat mal gesagt, er lese nicht, was über ihn in der Zeitung steht, und das ist dieser Tage vermutlich eine ganz gute Idee. Nach der berechtigten Kritik an seinem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, ist die Diskussion nun beim Özil-Klassiker-Thema „Körpersprache“ angekommen ist.
Immer die hängenden Schultern, immer diese Kein-Bock-Haltung. So geht es, seit Özil professionell Fußball spielt. Dieses Mal hat Mario Basler, ehemals Drittplatzierter bei „Promi Big Brother“, die Diskussion gestartet. Am Montagabend saß er in der TV-Talkshow „Hart, aber fair“ und sagte, Özil habe eine Körpersprache wie ein toter Frosch. „Das ist jämmerlich.“
„Dann hätte ich mit 14 aufgehört“
Einen Tag später erschien ein Video, in dem sich der angehende Dschungelcamp-Kandidat Oliver Pocher über Özil lustig macht. Pocher hat sich dafür Glubschaugen auf die echten Augen geklebt. Er versucht, besonders dümmlich auszusehen und zu sprechen. Man kann sich das Video nur unter körperlichen Schmerzen länger als zwei Sekunden anschauen. Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass Mickie Krause oder Cindy aus Marzahn neben Pocher wie Feingeister der Unterhaltungsindustrie wirken.
Für Pocher und Basler ist es nicht das erste Mal, dass sie sich über Özil auslassen. Pocher macht die Glubschaugen-Show seit 2010, Basler nörgelte schon bei der EM 2016 an dem deutschen Nationalspieler herum. Nach dem 0:0 im Vorrundenspiel gegen Polen twitterte er: „Hätte ich die Ecken früher so geschossen wie der Özil, dann hätte ich mit 14 aufgehört.“
141 Spiele für Arsenal, 50 Assists
Man könnte den ganzen Özil-Experten einfach ein paar Statistiken vorlegen. Ein Beispiel: Während der EM 2016 schrieb die „Sportbild“, er würde blass spielen. Später fand die Datenfirma „Impect“ heraus, dass es während des Turniers keinen Mittelfeldspieler gab, der sich mehr anbot und häufiger angespielt wurde als Özil.
In England wird die Diskussion interessanterweise ganz anders geführt. Der TV-Sender „Sky“ nennt Özil etwa den kreativsten Spieler in der Geschichte der Premier League. Im März dieses Jahres machte er, nach 141 Spielen für Arsenal, seinen 50. Assist. So schnell war nie ein Spieler vor ihm, nicht Dennis Bergkamp, nicht Eric Cantona, nicht David Beckham.