Wie in der vergangenen Saison eröffnen sich auch in der aktuellen Spielzeit fortlaufend neue Nebenkriegsschauplätze um den FC Bayern. Der Mannschaft gelingt es jedoch, sie Woche für Woche mit Siegen wie dem 3:1 gegen Galatasaray wieder einzuschrumpfen. Seit Tagen bestimmt der Umgang mit Mazraouis kruder Weltanschauung die Schlagzeilen. Andauernd reißen Muskelfasern, brechen Arme oder knacken Sprunggelenke bei Münchner Profis und legen den Blick frei auf einen zu dünn besetzten Kader. Und wenn nicht gerade über die nahende Rückkehr von Manuel Neuer oder Fan-Ausschreitungen in Istanbul gesprochen wird, grunzt Uli Hoeneß vom Tegernsee ungefragt in den Raum. Mitunter rückt der Fußball dadurch in den Hintergrund.
Dabei verläuft die Saison bislang, auch wenn das Bayern-Spiel nicht durch Ästhetik besticht, doch überaus erfolgreich. Verloren hat der FCB in Liga und Champions League nämlich noch gar nicht. Nach dem Sieg gegen Gala stehen die Bayern nun bei neun Punkten und können im Grunde mit dem Achtelfinale planen. Unter Berücksichtigung der politischen Turbulenzen und der vielen Verletzten muss die sportliche Zwischenbilanz der Saison also glattweg positiv ausfallen. In 18 Tagen kann ein noch aussagekräftigeres Fazit gezogen werden. Dann ist der FC Bayern nochmal sechs Spiele weiter. Mal sehen, wie viele Nebenkriegsschauplätze noch hinzukommen.
Das alles ist Urlaub
Seit dem blamablen WM-Ausscheiden ist Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg offiziell krankgeschrieben, vermutet wird ein Burnout. Nachdem am Wochenende jedoch bekannt wurde, dass „MVT“ anscheinend trotz gelbem Zettel als Speakerin auf einer öffentlichen Veranstaltung zugegen war, wechselte ihr offizieller Status: Mittlerweile befindet sie sich im „Erholungsurlaub“. Und auch wenn die 55-Jährige in dieser Sekunde sicherlich nicht am Martini im Spa-Bad Pyrmont nuckelt, zeigte sich ihre Spielerin Lena Oberdorf überaus irritiert: „Ich hätte mir da durchaus etwas anderes gewünscht. Dass man sagt: Ok, wir klären erstmal, was bei der WM passiert ist und danach vielleicht in den Erholungsurlaub geht.“ Voss-Tecklenburg meldete sich daraufhin zu Wort und veröffentlichte am gestrigen Abend ein Statement über ihren Instagramkanal. Darin widerspricht sie Oberdorf und schreibt: „Wir haben bereits direkt nach der WM selbstkritische Analysen mit der Sportlichen Leitung durchgeführt.“ Mehr noch behauptet Martina Voss-Tecklenburg, bald stünden Gespräche über ihre Zukunft an, ihr Signal ist bemerkenswert: Sie sieht sich ganz offensichtlich weiterhin als Bundestrainerin.
Verhaftet wegen Flexy
Der Lehmann: Weil er vor einigen Monaten den Dachstuhl seines Nachbarn mit einer Kettensäge malträtierte, muss sich Jens Lehmann bald vor Gericht verantworten. Angeklagt ist der Ex-Keeper wegen Sachbeschädigung, Beleidigung und Betrug. Die Verhandlung beginnt am 8. Dezember. Zum Mitschreiben für eure Terminkalender: Um 10 Uhr geht es im Sitzungssaal 125 am Starnberger Amtsgericht los. Ob Jens Lehmann persönlich erscheint oder doch seinen Bruder schickt? Sich mit dem Helikopter einfliegen lässt oder einen Fan fürs Straßenbahnticket anschnorrt? Beizeiten geben wir die Quoten der Buchmacher durch. Bis dahin könnt ihr euch noch einlesen in die komplette Skandal-Akte des Jens Lehmann.
Das steht heute an
Dienstachs is Schämpiens Liech. Um es in den Worten eines Aki Watzke zu sagen. Dessen Borussen heute beim saudischen Ableger in Newcastle ranmüssen und es tunlichst vermeiden sollten, dieses Spiel zu verlieren. Sonst wird es zunehmend kompliziert, noch die nächste Runde zu erreichen. Im Parallelspiel der Gruppe F spielt Milan bei PSG. Außerdem versucht Celtic die ersten Punkte gegen Atletico Madrid zu sammeln. Üppiges Programm also. Wie die Spiele ausgegangen sind, erfahrt ihr dann morgen hier an Ort und Stelle.
Kommt bis dahin gut in den Mittwoch!
Max Nölke