In Schattierungen, zwischen weißen Würsten, deutschem Reinheitsgebot und bayerischer Einfältigkeit, schimmert in München hin und wieder ja doch eine gewisse Weltgewandtheit durch. In der Regel hat das mit dem ortsansässigen Fußballverein zu tun, dem FC Bayern. Als 2007 zum Beispiel Luca Toni und Franck Ribery zum deutschen Rekordmeister wechselten, zwei Spieler also, die kurz zuvor das WM-Finale gegeneinander bestritten hatten, fühlten sich die Münchner zumindest für die Dauer der Vorstellungs-PK, für die sie extra einen Hotelsaal mieteten, als Epizentrum der Welt. Seinerzeit war der Ruf der Bayern ein wenig ramponiert. Spieler wie Andreas Ottl und Christian Lell kamen zu beachtlichen Einsatzzeiten und beendeten die Münchner Saison auf dem vierten Platz. Im Saal „Sydney“, wo er Toni und Ribery stolz der Presse präsentierte, sprach Uli Hoeneß von einer Genugtuung, weil „für den FC Bayern weiterhin überall auf der Welt die Türen offen stehen.“ Mit einer Transferoffensive von 95 Millionen Euro wollte der Klub ein deutliches Signal an die europäische Konkurrenz senden: Mia san noch da!