Da steht nun also dieser Baum von einem Kerl, das tür­ki­sche Fuß­ball­idol schlechthin, einer der besten Stürmer seiner Gene­ra­tion und der frü­heste WM-Tor­schütze über­haupt, in einem Café in Palo Alto, Kali­for­nien, und ser­viert Früh­stück. Tür­ki­sches immerhin, das ist in diesem Moment die letzte Refe­renz an die Heimat. Fünf Jahre ist es her, dass die ​New York Times“ Hakan Sükür in dem Café, dessen Mit­be­sitzer er war, auf­ge­spürt hat, zu diesem Zeit­punkt lebte er bereits drei Jahre in den USA, im selbst gewählten Exil. Denn das Land, dessen bester Fuß­baller er war, will nichts mehr von ihm wissen, und wer sich nicht in Gefahr bringen will, sollte dort nicht mal mehr seinen Namen aus­spre­chen. Mitt­ler­weile gibt es das Früh­stückscafé in Palo Alto nicht mehr, und auch das hat damit zu tun, dass Hakan Sükür nach der aktiven Kar­riere einen Fehler beging, der dazu führte, dass sein Leben heute in Trüm­mern liegt: Er ging in die Politik und hat es sich mit einem Mann ver­dorben, mit dem man es sich in der Türkei besser nicht ver­dirbt. Doch eins nach dem andern.