Für jene, die es nicht wissen: ​Patada cri­minal“ bedeutet über­setzt so viel wie ​Kri­mi­neller Tritt“, wobei man es ein wenig freier auch als ​dop­pel­beinig ein­ge­sprun­gene Jahr­hun­dert­blut­grät­sche mit der Absicht, dem Gegner das Knie zu einer brei­igen Masse zu kloppen“ über­setzen könnte. Für sein Foul im Freund­schafts­spiel (!) gegen den bedau­erns­werten Serben Gojko Inva­li­dovic sah Vidal fol­ge­richtig die Rote Karte, aller­dings wohl nur, weil der Schiri eine noch rotere Karte leider nicht dabei hatte.

Just verlor Arturo Vidal das Cham­pions-League-Finale gegen Bar­ce­lona, den par­allel statt­fin­denden Hass­grät­schen­wett­be­werb gewann er aber mit Leich­tig­keit. Gra­tu­la­tion dazu. Schön auch, wie man – der lau­sigen Video­qua­lität zum Trotz – Vidal dabei zusehen kann, wie ihm der Reifen platzt. Schon das erste Dazwi­schen­fegen riecht nach Platz­ver­weis und Split­ter­bruch, die Grät­sche gegen den zier­li­chen Iniesta dann sieht man ansonsten höchs­tens noch im Grät­sche-von-Hinten-Haupt­se­minar an der Vinnie-Jones-Uni­ver­sität für Wut und über­trie­bene Härte. Wir sind uns sicher: Wäre das Spiel nach dem Foul nicht unter­bro­chen worden, Vidal hätte sich für das nächste Dazwi­schen­kloppen an der Sei­ten­linie eine Schuss­waffe besorgt.

Klein aber fein: Vidals Reak­tion auf einen Tunnel von Dani Alves in sel­bigem Finale. Dass es bei einem kleinen Wischer blieb und Vidal Dani Alves nicht mit einem aus dem Publikum gereichten Klapp­stuhl bear­bei­tete, lag wahr­schein­lich nur daran, dass Vidal einen wirk­lich guten Tag erwischt hatte.