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Er würde nie zielen. Denn wenn er selbst nicht weiß, wohin der Ball geht, dann weiß es der Torwart erst recht nicht. Das ist genial. Und wahrscheinlich war es diese Eingängigkeit, die Wayne Rooney eine Karriere für alle Zukunft gebracht hat. An ihrem Ende standen 559 Spiele für Manchester United, 120 für die englische Nationalmannschaft und unzählbar viele Tore. Seine Bilanz als Trainer liest sich dagegen weniger epochal, eher ein wenig tayfunkorkuesk: 2022 stieg Rooney als Chefcoach von Derby County in die dritte Liga ab, mit D.C. United verpasste er 2023 die Play-offs und Birmingham City fiel unter seiner Weisung vom 6. auf den 20. Platz der Championship. Nach nicht mal drei Monaten trennte sich der Klub nun wieder von Rooney. Noch am selben Tag meldete er sich gestern über X zu Wort: „Zeit ist das kostbarste Gut, das ein Trainer braucht, und ich glaube nicht, dass 13 Wochen genug Zeit waren.“
Wayne Rooney ist längst nicht der erste Spieler, der einen holprigen Start in die Karriere nach der Karriere hinlegt. Seinem ehemaligen Mitspieler Steven Gerrard etwa ergeht es gerade in Saudi-Arabien ganz ähnlich, Frank Lampard ist arbeitslos, Andrea Pirlo dämmert in Italiens zweiter Liga dahin, Ronald Koeman verzockte in Barcelona fast seinen Leumund. All diese Ex-Spieler eint eine Tatsache: Ohne ihren Namen wären sie nie in Cheftrainer-Positionen gelangt. Dass es auch anders geht, die 2000er-Spielergeneration durchaus Persönlichkeiten hervorgebracht hat, die ihre Spielidee vermitteln können, beweisen Xabi Alonso, Zinedine Zidane oder Mikel Arteta. Auch diese drei eint etwas: Sie alle haben zu Spielerzeiten schon wie Trainer gedacht, haben das Spiel verstanden. Neben Alonso und Niko Kovac gibt es aktuell übrigens keinen Bundesliga-Trainer, der auf eine prunkvolle Spielerkarriere zurückblicken kann. Auch die drei größten deutschen Trainer, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann, tun das nicht. Vielleicht weil sie ihren Spielern niemals raten würden, beim Schießen auf das Zielen zu verzichten.
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Der xG-Wert, also die Kennzahl, die die Torwahrscheinlichkeit misst, lag noch nie bei einem Premier-League-Spiel so hoch wie bei Liverpools 4:2-Sieg über Newcastle United. Heißt auch: besser zielen!
Einer für Köln?
Nicht nur bei Steffen Baumgart, quasi dem deutschen Rooney, hat sich etwas getan. Sendete Kölns Ex-Trainer kürzlich ein gut erholtes und erstaunlich hübsches Lebenszeichen aus den Bergen, meldete sich nun auch sein ehemaliger Arbeitgeber aus der Kältestarre zurück. Zwar steht der Tabellenvorletzte noch immer ohne neuen Cheftrainer da, doch herrscht zumindest ein wenig Klarheit darüber, wie es nicht weitergeht: Zuletzt war viel über eine interne Baumgart-Nachfolge diskutiert worden, Sportchef Christian Keller gab jetzt aber ein Update: „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir die Sache komplett unbefleckt angehen wollen und neue Impulse setzen wollen.“ Nachdem den Kölnern laut Keller angeblich Trainer wie „Sand am Meer“ angeboten wurden, sodass die „E‑Mail-Konten und WhatsApp-Accounts übergequollen sind“, soll in den kommenden Tagen ein Name präsentiert werden. Hoch im Kurs steht offenbar der 32-jährige Matthias Kohler, der zuletzt den niederländischen Erstligisten FC Volendam coachte und seit einem kurzen Intermezzo in der Ajax-Jugend auf den Spuren von Johan Cruyff zu wandeln scheint. Auch über Ralph Hasenhüttl, zuletzt Southampton-Trainer und seit über einem Jahr arbeitslos, soll diskutiert worden sein. Wie es derweil um die Bewerbung des vollkommen unbekannten Steffen Kaum-bart aus Saalbach steht, ließ Keller derweil unkommentiert.
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Und es hat Boom gemacht
Christine Lambrecht zur Verteidigungsministerin zu machen, sei ein Kardinalfehler gewesen? Andi Scheuer als Verkehrsminister der falsche Mann für die falsche Position? Aaron Taylor-Johnson im Leben kein geeigneter Bond-Darsteller? Dass ich nicht lache! Die schlimmste Fehlbesetzung unserer Zeit ist eine ganz andere: Weil die Personaldecke des schottischen Zweitligisten Arbroath FC derart dünn war, musste Ersatzkeeper Ally Adams im Spiel gegen die Raith Rovers Mitte der zweiten Halbzeit als Feldspieler ran. Und was der 32-Jährige eine viertel Stunde vor Schluss aus knapp 25 Metern Entfernung mit der Kugel, dem gegnerischen Torwart und den Tormaschen anstellte, lässt sogar Markus Lanz als einstigen Gottschalk-Nachfolger in ein gutes Licht rücken. Ganz ehrlich: Es is nicht weniger als ein Skandal, dass irgendein beschruppter Jugendtrainer diesen Typen irgendwann einmal ins Tor beordert hat. Aber seht selbst.
Arbroath had to bring on their substitute goalkeeper as a striker
He just scored from 25 yards out
PEAK SCOTTISH FOOTBALL pic.twitter.com\/rU72uJifCL<\/a><\/p>— Fitba Patter (@FitbaPatter) December 30, 2023<\/a><\/blockquote>